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Landkreis WaldshutAbfallwirtschaft
Landkreis
Waldshut
01.12.2021

Neue Entgasungsanlage in der Deponie Tiengen ist wichtiger Beitrag zu Klimaschutz

Joachim Lehner, Planer, Hans-Jörg Rotzinger, Eigenbetr. Abfallw., Antonia Kiefer, Kreisrätin, Niklas Nüssle, MdL, Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, MdB, Landrat Dr. Martin Kistler, Sabine Hartmann-Müller, MdL, Felix Schreiner, MDL

Mit einer Einweihungsfreier am 26. November 2021 ist die Entgasungsanlage auf der ehemaligen Kreismülldeponie in Tiengen offiziell in Betrieb genommen worden. Dank der neuen Anlage können Treibhausgas-Emissionen stark reduziert werden.

Zum Hintergrund: Die ehemalige Kreismülldeponie Tiengen ist seit 1990 verfüllt und befindet sich in der Stilllegungsphase. Das Deponiegas wurde über Gasbrunnen gefasst, abgesaugt und mittels einer Gasfackel verbrannt. Eine Nutzung des Deponiegases über Gasmotoren war auf Grund der geringen Mengen und der Gaszusammensetzung nicht möglich. Eine Potentialstudie hatte ergeben, dass durch die Umstellung der Deponieentgasung auf eine verstärkte Saugbelüftung unkontrollierte Methangas-Emissionen auf ein Minimum reduziert werden können.

Die neue Anlage: Am Standort der ehemaligen Kreismülldeponie Tiengen wurde deshalb das Gaserfassungssystem erneuert und ein Methanoxidationsfilter errichtet. Das abgesaugte Deponiegas kann so nachbehandelt werden. Dadurch können die Treibhausgas-Emissionen gegenüber der bisherigen Deponiegaserfassung und Behandlung um 94 % reduziert werden. Der Effekt für den Klimaschutz ist deutlich, denn Methangas ist 25-mal klimaschädigender als CO2. Durch die Vermeidung von Methangas-Emissionen kann somit ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

„Der Landkreis Waldshut setzt für einen nachhaltigen Klimaschutz ein. Ich freue mich, dass wir mit der heutigen Einweihung der Entgasungsanlage einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten können“, so Landrat Dr. Martin Kistler.

„Diese Maßnahme zeigt eindrücklich, wie die Abfallwirtschaft im Landkreis Waldshut die technischen Möglichkeiten bestmöglich zum Schutz der Umwelt einsetzt. Weitere vergleichbare Maßnahmen sind bereits auf der Deponie Lachengraben und der ehemaligen Deponie Lottstetten in Planung“, ergänzt Hansjörg Rotzinger, technischer Leiter.

„Dank der großzügigen staatlichen Fördermittel im Bereich Klimaschutz kann der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft diese und weitere Maßnahmen durchführen, ohne den Gebührenzahler zu sehr zu belasten. Von den staatlichen Fördermitteln profitieren der Umweltschutz und die Bürger im Landkreis“, so Amtsleiter Elmar Weißenberger.

Aufgrund der sehr hohen Reduktion von Methangasemissionen wird diese Maßnahme im Rahmen der Klimaschutzprojekte im kommunalen Umfeld gefördert. Der Projektträger Jülich erteilte den Landkreis zweckgebunden einen Zuwendungsbescheid über 300.000 € (50 % der Investitionskosten). Die Plangenehmigung des Regierungspräsidiums Freiburg wurde im Juli 2020 erteilt. Der Kreistag beauftragte in seiner Sitzung am 14.10.2020 die Arbeiten.

Die Baumaßnahmen konnten bereits im Juni 2021 abgeschlossen werden. Danach wurde die neue Anlage eingefahren und läuft nun seit einigen Wochen stabil und zuverlässig.