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Abfallwirtschaft Landkreis Waldshut

Durchführung von Haus- und Biomüll-Analysen im Landkreis Waldshut

Haus- und Biomüll-Analyse 2021

Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft hat im Jahr 2021 in der Kalenderwoche 28 (vom 12. bis zum 16. Juli) die erste Kampagne einer Haus- u. Biomüllanalyse durchgeführt.
Hiervon betroffen waren einige Haushalte in folgenden Städten und Gemeinden:
  • Ühlingen-Birkendorf
  • Waldshut-Tiengen
  • Laufenburg
  • Dogern
  • Bad Säckingen.
Durch die Hausmüll- und Bioabfallanalyse 2021 (HBA) sollte 2 1/2 Jahre nach Einführung der Biotonne nun einerseits erhoben werden, welche Veränderungen sich seit der letzten Analyse aus dem Jahre 2012 im Hausmüll zeigen und wie groß die darin noch enthaltenen biogenen Müllmengen sind. Andererseits soll die Zusammensetzung des Biomülls ermittelt werden. Hier soll insbesondere der Anteil der Störstoffe (Plastiktüten, biologisch abbaubare Plastiktüten, und andere Störstoffe, wie z. B. Metalle und Restmüll) ermittelt werden, jeweils unterschieden nach Siedlungsstrukturen. Damit sollen aktuelle Planungsdaten für die Zukunft der Abfallwirtschaft im Landkreis Waldshut erhoben werden.
Für die Haus- u. Biomüllanalyse wurden bei einzelnen Haushalten der genannten Städte und Gemeinden Stichproben gezogen. Hierfür wurden bei den betroffenen Haushalten am Leerungstag in der Zeit von 6:00 Uhr bis 10:00 die entsprechenden Hausmülltonnen und Biotonnen durch das beauftragte Witzenhausen-Institut entleert. Nach der Entleerung wurden die Tonnen mit einem Hinweisblatt beklebt, mit welchem die Haushalte gebeten wurden, die Tonnen bis nach der Registrierung der Leerung durch den Entsorger Kühl am Straßenrand stehen zu lassen. Die Registrierung der Leerung erfolgte am Leerungstag zwischen 10 Uhr und 17 Uhr. Dabei wurden die Müllbehälter in die Schüttung der Müllfahrzeuge eingehängt und elektronisch erfasst. Danach wurde das Hinweisblatt entfernt und die Müllbehälter konnten wieder hereingeholt werden.

Unterstützt wurde das Witzenhausen-Institut durch Mitarbeiter des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft, die die Stichproben aus wenigen 1,1 cbm-Containern zogen. Zu diesem Zweck wurden die vorhandenen 1,1 cbm-Container durch neue ersetzt. Dies erfolgte für die Haushalte und Gewerbebetriebe kostenfrei.

Bei Erhebung der Stichproben wurden nur Daten in anonymisierter Form erhoben. Beispielsweise wurde der Füllstand des Behälters registriert. Ferner wurde der Behälter einem Haushalt zugeordnet und dessen Bewohnerzahl über das zuständige Einwohnermeldeamt abgeglichen. Sämtliche Daten wurden nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung erhoben und ausgewertet.

In der Bildergalerie sind Fotos aus der ersten Erhebung zu sehen. (Bitte auf die Fotos klicken, um alle anzusehen. In der dann erscheinenden Großansicht ist auch eine Bildbeschreibung enthalten, was zu sehen ist.).

Die zweite Kampagne der Haus- u. Biomüllanalyse fand in der 42. KW statt.

Das Endergebnis der Analyse 2021 zeigt hohes Einsparpotential

Die Analysen aus KW 28 und 42 ergaben, dass zum Teil noch erhebliches Einsparpotential für eine weitere Reduzierung der Hausmüllmenge durch eine bessere Trennung und Nutzung der existierenden Sammelsysteme vorhanden ist – insbesondere bei der Organik (Biomüll). Außerdem landen noch immer zu viele Wertstoffe in Haus- und Biomüll.

Hier sind die wichtigsten Ergebnisse der Analysen zusammengefasst:

Hausmüllanalyse 2021

  • Der Gesamtanteil an organischem Material (Biomüll) im Hausmüll betrug durchschnittlich 41,4 Gew.-%. Bei Bestellung einer Biotonne lässt sich der Restmüll-Anteil - und damit auch die Müllgebühren – um bis zu ca. 25 % verringern.
  • Der Anteil der verpackten Lebensmittel im Hausmüll lag bei 7,2 %. (siehe Grafik Abb. 32 Organikpotential im Hausmüll). Der Großteil davon wäre noch zum Verzehr geeignet gewesen. (Dies gilt auch für viele der aussortierten Nahrungsabfälle.)
  • Desweiteren belief sich der Anteil der enthaltenen vermeidbaren Abfälle im Restmüll ohne Organik auf 11,4 Gew.-%. (Fotos Abb. 27, Seite 32 der Analyse: Aussortierte trockene Wertstoffe) Im Einzelnen bestanden diese vermeidbaren Abfälle aus Papier/Kartonage, Glasverpackungen, Leichtverpackungen/Dosen, Kunststoffen und Metallen. Sogar schadstoffhaltige und gefährliche Abfälle wie Batterien und Elektrokleingeräte wurden im Restmüll gefunden. Die Restmülltonne wird regelmäßig als Entsorgungsvariante für diese Stoffe genutzt, wie Fundhäufigkeiten bei der Analyse zeigten. Wertstoffe oder sogar Schadstoffe gehören jedoch nicht in den Restmüll.
Organikpotential und verpackte Lebensmittel im Hausmüll, Abb. 32, Seite 35 der AnalyseWertstoffpotential im Hausmüll, Abb. 27, Seite 32 der AnalyseGesamtzusammensetzung des Hausmülls, Abb. 25, Seite 31 der Analyse-Küchenabfälle im Hausmüll mit z. T. noch genießbaren verpackten LebensmittelnVerpackte Lebensmittel im Hausmüll

Biomüllanalyse 2021

  • Die Qualität der untersuchten Bioabfälle war sehr gut. Der Anteil der in die Biotonne gehörenden Materialien lag im Mittel bei knapp 99,2 %. (Siehe Abb. 8, Gesamtzusammensetzung der Bioabfälle im Landkreis Waldshut.) Ein Grund für das gute Trennverhalten ist sicher auch darin zu sehen, dass mit dem Detektionssystem, das alle Biosammelfahrzeuge haben und das bei jeder Leerung mitläuft, die Haushalte sehr gut für ein gutes Trennverhalten sensibilisiert werden. Dies wird mit der Novelle der Bioabfallverordnung auch immer wichtiger, da hier ein festgelegter Kontrollwert von 0,5 % an Störstoffen - bezogen auf die Trockenmasse des Materials - nicht überschritten werden darf. Sollte es zu dieser wiederholten Überschreitung kommen, kann der Verwerter die Bioabfälle zurückweisen. Dieser müsste dann insgesamt in die Verbrennung verbracht werden. Die Kosten hierfür würden der Allgemeinheit belastet werden.
  • Die Bioabfälle werden zu 62 % lose und zu 38 % in Beuteln in die Tonnen geworfen. Im Durchschnitt waren 94 % der Beutel aus Papier. Allerdings verwenden 4 % der Haushalte PE-Beutel (Kunststoffbeutel) und 2 % kompostierbare Biofolien-Müllbeutel. Diese Beutel dürfen nicht verwendet werden, da sie aufwändig aussortiert werden müssen (was nicht immer vollständig gelingt). Sie hinterlassen Mikroplastik im Kompost. (Tab. 6, Verteilung der über Beutel erfassten haushaltsstämmigen Bioabfälle differenziert nach der Art der genutzten Beutel in %). Auch hier sind alle Haushalte aufgefordert, zukünftig ausschließlich die zulässigen Beutel bzw. Einpackmaterialien zu nutzen, um eine Zurückweisung des Bioabfalls zu vermeiden.
  • Bei einer Gegenüberstellung von Küchenabfällen, Nahrungsabfällen, Gartenabfällen und verpackten Lebensmitteln sowohl im Haus- als auch im Biomüll fanden sich zu viele Nahrungs- und Küchenabfälle im Hausmüll – auch bei den Biotonnen-Nutzern. Diese Stoffe gehören jedoch definitiv in den Biomüll, wo aus ihnen Strom, Gas und Wärme gewonnen werden kann (siehe Biotonnen-Statistik auf dieser Homepage https://abfall-landkreis-waldshut.de/eip/pages/bio tonne-statistiken.php)
Gesamtzusammensetzung der Bioabfälle im Landkreis Waldshut.jAus dem Bioabfall aussortierte Fremdstoffe, Abb. 6, Seite 17 der AnalyseBiotonnen mit und ohne Fremdstoffe, Abb. 11, Seite 21 der AnalyseBiotonnen mit und ohne Fremdstoffe, gut und schlecht gefüllt, Abb 13, Seite 22 der AnalyseIn Beuteln gesammelter Biomüll sowie aussortierte Beutel, Abb. 18, Seite 25 der AnalyseVerteilung der über Beutel erfassten Bioabfälle differenziert nach Art der genutzten Beutel

Fazit der Haus- und Biomüllanalyse 2021

  • Mit der Bestellung einer Biotonne lassen sich bis zu 40 Gew.-% Restmüll einsparen.
  • Auch wenn das Trennverhalten im Landkreis Waldshut insgesamt sehr gut ist – es finden sich trotzdem noch Wertstoffe/Schadstoffe im Restmüll. Diese gehören jedoch in die entsprechenden Wertstoff-Stationen.
  • Es landen noch zu viele verpackte Lebensmittel im Müll, die noch genießbar gewesen wären. Tipps und Tricks, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, finden sich auf dieser Homepage unter Abfallvermeidung Essen und Trinken.
  • Wenn Lebensmittel ungenießbar sind und weggeworfen werden müssen – dann bitte unverpackt über die Biotonne entsorgen.
  • Keine Plastikbeutel (auch nicht, wenn kompostierbar darauf steht) in die Biotonne geben – sie sind ein Störstoff.
Wir danken allen Haushalten, die ihren Müll bisher so gut getrennt haben. Sie alle leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und helfen mit, wertvolle Energie und Rohstoffe einzusparen bzw. wieder zu gewinnen.

Im PDF-Dokument finden Sie den vollständigen Bericht des Instituts Witzenhausen.