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Abfallwirtschaft Landkreis Waldshut

Umwelterklärung EMAS

Landrat Kistler Copyright Ornella Cacace: Auf dem Bild ist Landrat Dr. Martin Kistler zu sehen, wie er am Rheinuferweg auf einer Bank sitzt. Im Hintergrund ist rechts der Rhein und links der Uferweg mit Bäumen und Sträuchern zu sehen, die vom Herbst bunt gefärbt sind.Die Deponien stehen nicht am Ende der Müllentsorgung, ihnen kommt vielmehr eine entscheidende Rolle für den Umweltschutz und die Wiederverwertung zu. Auf unseren Deponien landen umweltschädliche Stoffe und Materialen. Ein sorgfältiger und fachgerechter Umgang mit diesen Abfällen ist ein wichtiger Beitrag für den Umweltschutz.

Bereits seit 2003 beteiligt sich die Kreismülldeponie Lachengraben am Umweltmanagementsystem (EMAS) der Europäischen Union. Für die erfolgreiche Teilnahme wurde die Deponie in die europaweite Liste zertifizierter Betriebe eingetragen.

Inzwischen hat sich die Deponie zum siebten Mal der Überprüfung ihres Managementsystems und der Umweltbetriebsprüfung gemäß EMAS III gestellt. Auch dieses Mal erhielt die Deponie das EMAS-Zertifikat, mit dem die Leistungen für eine Verbesserung des Umweltschutzes im Deponiebetrieb gewürdigt wird.

Die EMAS schreibt vor, die wichtigsten Bestandteile des Umweltsystems der Öffentlichkeit aufzuzeigen. Die vorliegende Schrift (EMAS 2024) gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen, die im Zusammenhang mit den Tätigkeiten, den Produkten und den Dienstleistungen im Deponiebetrieb entstehen.

Ich freue mich, dass es dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaft in den vergangenen 17 Jahren gelungen ist, die Auswirkungen auf die Umwelt in der Deponie Lachengraben zu reduzieren und damit zu verbessern: der Grundwasserschutz wurde optimiert, das Sickerwasser reduziert, die Gasverwertung und der Arbeitsschutz verbessert. Außerdem konnte beim Betrieb der Deponie Energie eingespart werden

Diese Erfolge, die wir letztlich für unsere Umwelt erzielt haben, gelingen nur durch das gemeinsame Engagement. Ich danke besonders den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Eigenbetrieb Abfallwirtschaft und auf der Kreismülldeponie Lachengraben. Der Lohn für die Mühe ist die neuerliche Zertifizierung der Deponie nach EMAS. Sie ist Garant und Ansporn zugleich, uns kontinuierlich zu verbessern.

Nationale Klimaschutzinitiative NKI

Klimaschutzprojekte auf den Kreismülldeponien Lachengraben, Lottstetten, Tiengen und Münchingen:

Logo Nationale Klimaschutz Initiative, gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen BundestagesDer Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises Waldshut ließ in den Jahren 2016 und 2017 im Rahmen von vier Studien das Potential zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen auf der sich in Betrieb befindenden Deponie Lachengraben, Wehr, sowie auf den stillgelegten Deponien Lottstetten, Tiengen und Münchingen schätzen.
Die Ergebnisse der Bestandsaufnahmen, Voruntersuchungen und von Gasabsaugversuchen wurden in Potentialstudien zusammengefasst. Es wurden technisch und wirtschaftlich sinnvolle Aspekte betrachtet, um die Gasabsaugung- und -behandlung auf den Deponien zu optimieren. Die Ergebnisse fließen in die daran anschließenden Planungs- und Ausführungsschritte ein.

Diese Maßnahmen wurden im Rahmen der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ im Förderbereich „Reduzierung der Treibhausgasemissionen von stillgelegten Siedlungsabfalldeponien“ vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert. Die Förderkennzeichen lauten 03K04308 und 03K04309.

Der Projektträger Jülich setzt die „Förderung von Klimaschutzprojekten“ für das BMU um. Die Kosten für die vier Potentialanalysen betragen 77.729,79 € und werden vom Projektträger mit 50 % gefördert.

Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft hat über die erzielten Erkenntnisse und die geplante Umsetzung in den beigefügten Dokumenten berichtet.

Weitere Zusagen von Fördermitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) im September 2021

Seit September 2021 gibt es weitere Zusagen von Fördermitteln im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) für Maßnahmen zur Optimierung der Gaserfassungen für die Kreismülldeponie Lachengraben, Wehr, und die ehemalige Deponie Lottstetten.

Aufgrund eines Beschlusses des Ausschusses für Technik, Umwelt und Verkehr vom 29.09.2021, wurde die Verwaltung mit der Beauftragung der Genehmigungsplanung sowie der Ausschreibung von erforderlichen Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen auf den Deponien des Landkreises Waldshut (Kreismülldeponie Lachengraben, Wehr und ehemalige Deponie Lottstetten) beauftragt. Die dafür nötigen Baumaßnahmen werden mit rund 1.087.000 Euro gefördert.
Weitere Informationen können Sie den beigefügten Dokumenten entnehmen.

Mit den Förderzusagen erhielt der Landkreis Waldshut auch zwei Urkunden des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit für das vorbildliche Engagement in Sachen Klimaschutz.

Neue Entgasungsanlage in der Deponie Tiengen ist wichtiger Beitrag zu Klimaschutz

Mit einer Einweihungsfreier am 26. November 2021 ist die Entgasungsanlage auf der ehemaligen Kreismülldeponie in Tiengen offiziell in Betrieb genommen worden. Dank der neuen Anlage können Treibhausgas-Emissionen stark reduziert werden.

Zum Hintergrund: Die ehemalige Kreismülldeponie Tiengen ist seit 1990 verfüllt und befindet sich in der Stilllegungsphase. Das Deponiegas wurde über Gasbrunnen gefasst, abgesaugt und mittels einer Gasfackel verbrannt. Eine Nutzung des Deponiegases über Gasmotoren war auf Grund der geringen Mengen und der Gaszusammensetzung nicht möglich. Eine Potentialstudie hatte ergeben, dass durch die Umstellung der Deponieentgasung auf eine verstärkte Saugbelüftung unkontrollierte Methangas-Emissionen auf ein Minimum reduziert werden können.

Die neue Anlage: Am Standort der ehemaligen Kreismülldeponie Tiengen wurde deshalb das Gaserfassungssystem erneuert und ein Methanoxidationsfilter errichtet. Das abgesaugte Deponiegas kann so nachbehandelt werden. Dadurch können die Treibhausgas-Emissionen gegenüber der bisherigen Deponiegaserfassung und Behandlung um 94 % reduziert werden. Der Effekt für den Klimaschutz ist deutlich, denn Methangas ist 25-mal klimaschädigender als Kohlendioxid. Durch die Vermeidung von Methangas-Emissionen kann somit ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

„Die neue Anlage zur Entgasung der ehemaligen Abfalldeponie in Tiengen ist ein wichtiger Baustein zum Klimaschutz. Das Projekt, das vom Bundesministerium mit 300.000 Euro aus der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert wird, ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie Klimaschutz auf kommunaler Ebene ganz konkret wird. Mit dem gelungenen Technologiewechsel wird die Kohlendioxid-Menge auf der Deponie Tiengen bis 2043 um rund 16.000 Tonnen reduziert. Ich freue mich sehr darüber, dass der Landkreis Waldshut die Fördermöglichkeiten der Nationalen Klimaschutzinitiative nutzt, um seine stillgelegten Siedlungsdeponien klimafreundlich umzurüsten. Die „aerobe in-situ Stabilisierung“ der beiden Deponien Lottstetten und Lachengraben, die beide bis Anfang 2023 mit einer Saugbelüftung modernisiert werden, unterstützt das Bundesumweltministerium mit insgesamt rund einer Million Euro. Im Vergleich werden die Treibhausgasemissionen dort in den folgenden 25 Jahren um rund 94 Prozent (Lachengraben) und rund 72 Prozent (Lottstetten) reduziert. Ich danke allen Beteiligten für dieses klare Bekenntnis zum Klimaschutz. In Glasgow wurden Entscheidungen mit weltweiter Bedeutung getroffen, hier auf lokaler Ebene wird der Nutzen von Klimaschutz praktisch und mit dem notwendigen Erfolgsnachweis sichtbar gemacht. Ich hoffe, dass Sie viele Nachahmerinnen und Nachahmer finden,“ so Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, MdB.

Weitere Statements und Informationen können Sie der Pressemitteilung entnehmen.
Ansicht des MethanoxidationsfiltersPersonen von links nach rechts: Joachim Lehner, Planer, Hans-Jörg Rotzinger, Eigenbetrieb Abfallwirtschaft, Antonia Kiefer, Kreisrätin, Niklas Nüssle, MdL, Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, MdB, Landrat Dr. Martin Kistler, Sabine Hartmann-Müller, MdL, Felix Schreiner, MdLRede von Landrat Dr. Martin Kistler zur Einweihung. Personen von links nach rechts: Alexander Wunderle, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Wahlkreisbüro Rita Schwarzelühr-Sutter, Joachim Lehner, Planer, Hans-Jörg Rotzinger, Eigenbetrieb Abfallwirtschaft, Landrat Dr. Martin Kistler, Antonia Kiefer, Kreisrätin, Felix Schreiner, MdL, Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, MdB, Niklas Nüssle, MdL

Neue Entgasungsanlage auf der Deponie Lottstetten leistet wichtigen Beitrag zum Klimaschutz

Mit einer Einweihungsfeier am 12. April 2024 ist die Entgasungsanlage auf der ehemaligen Deponie in Lottstetten offiziell in Betrieb genommen worden. Dank der neuen Anlage können Treibhausgas-Emissionen stark reduziert werden.

Deponien bauen Müll chemisch ab. Dabei entstehen so genannte Deponiegase, darunter auch Methan. Es gilt als besonders schädlich fürs Klima. Bislang konnten die Deponiegase auf der stillgelegten Deponie in Lottstetten nicht sinnvoll verwertet werden. Dank der neuen Anlage können Methan-Emissionen nun drastisch reduziert werden, um 94 Prozent. Das kommt dem Klima zugute. weil Methangas 25 Mal klimaschädigender ist als Kohlendioxid. Die neue Anlage leistet somit einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz. ´

„Der Landkreis Waldshut setzt sich für einen nachhaltigen Klimaschutz ein. Die neue Anlage auf der Deponie in Lottstetten ist ein Beispiel für dieses Engagement“, sagt Landrat Dr. Martin Kistler.

„Diese Maßnahme zeigt eindrücklich, wie die Abfallwirtschaft im Landkreis Waldshut die technischen Möglichkeiten bestmöglich zum Schutz der Umwelt einsetzt. Weitere vergleichbare Maßnahmen sind bereits auf der Deponie Tiengen umgesetzt und auf der Deponie Lachengraben in der Umsetzungsphase“, ergänzt Hansjörg Rotzinger, technischer Leiter.

„Dank der großzügigen staatlichen Fördermittel im Bereich Klimaschutz kann der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft diese und weitere Maßnahmen durchführen, ohne den Gebührenzahler zu sehr zu belasten. Von den staatlichen Fördermitteln profitieren der Umweltschutz und die Bürger im Landkreis“, so Amtsleiter Elmar Weißenberger.

Aufgrund der sehr hohen Reduktion von Methangasemissionen wird diese Maßnahme im Rahmen der Klimaschutzprojekte im kommunalen Umfeld gefördert. Der Projektträger ZUG erteilte dem Landkreis zweckgebunden einen Zuwendungsbescheid über 375.707 € (60 % der Investitionskosten). Die Plangenehmigung des Regierungspräsidiums Freiburg wurde am 12.12.2022 erteilt. Der Kreistag beauftragte in seiner Sitzung am 07.12.2022 die Arbeiten.

Die Baumaßnahmen konnten bereits im Februar 2024 abgeschlossen werden. Danach wurde die neue Anlage eingefahren und läuft nun seit einigen Wochen stabil und zuverlässig.
Planer Herr Lehner nimmt die Feinjustierung am Gassammelbalken vor im Container, im dem die ganze Gasabsaugungsanlage untergebracht ist.Personen bei der Einweihung von rechts nach links: Landrat Dr. Kistler; Herr Göhrig, Journalist; Dezernentin Fr. Dr. Schweizer; Herr Morasch, Bürgerm. Gem. Lottstetten; Gemeinderäte: Herr Henes, Herr Rogg, Herr Schneider; Frau Hartmann, Kreisrätin